Die jahrzehnte lange Beschäftigung unserer Kanzlei mit dem Kunsturheberrecht weckte in uns die Idee, unsere ausladenden Räume in der ehrwürdigen Jugendstilvilla in der Heidehofstraße in Stuttgart auch für die Objekte unserer juristischen Tätigkeit, nämlich den Werken der bildenden Kunst, zugänglich zu machen. Dabei war mit dieser Idee eine doppelte Zielsetzung verbunden: Zum einen versprachen wir uns mit der Ausstellung von Kunstobjekten eine Bereicherung unserer eigenen Arbeitsstätte, und dies mit zeitgenössischer Kunst, sodann wollten wir hiermit erreichen, durch diese Ausstellung das Interesse weiterer Kreise unseres Berufsstandes und der maßgebenden Persönlichkeiten der von uns betreuten Wirtschaftsunternehmen für das Kunstschaffen aufstrebender Künstler vor allem des regionalen Bereichs im und um den Südwesten Deutschlands zu wecken.  Doch wie verfahren, fehlten uns als Theoretikern der Kunst alle Zugangsmöglichkeiten zu den von uns ins Auge gefassten Kunstkreisen. Hier ergab sich für uns der segensreiche Zufall, die Bekanntschaft mit Herrn Ulrich Bernhardt zu machen, der das von uns in der Folge verwirklichte Konzept für einen sinnvollen Ablauf unserer Projektidee vorschlug: Ein von uns zusammen mit Herrn Bernhardt gegründetes Kuratorium für Kunst, welches als lockere Interessengemeinschaft auch weiteren Interessentenkreisen offen stand, übernahm die Aufgabe, die für unser Projekt in Frage kommenden Künstler, zu denen Herr Bernhardt als unser Kurator die besten Drähte hatte, zu kontaktieren und für Ausstellungen in unserem Hause anzuheuern. Auf diese Weise gelang es uns, namhafte und auch sehr avancierte Künstler zu gewinnen, wobei sich der Schwerpunkt unserer Ausstellung ihrem Zweck entsprechend auf die „flächige“ bildende Kunst, nämlich Gemälde, Fotografie und Wandskulpturen konzentrierte. So fanden im Laufe der zehn Jahre seit Begründung des Kuratoriums für Kunst im Jahre 1997 bis zum heutigen Zeitpunkt 16 Ausstellungen verschiedener Künstler statt, die stets mit einer sich großen Zuspruchs erfreuenden Vernissage begannen, in welcher nach einer Einführung über Persönlichkeit und Schaffen des jeweils ausstellenden Künstlers durch Herrn Bernhardt im Rahmen eines ungezwungenen persönlichen Zusammenseins Kontakte zu Künstlern und Kunstfreunden geknüpft werden konnten und geknüpft wurden. Die jeweiligen Exponate zierten sodann in einer Dauerausstellung von ca. 6 Monaten bis zur nächsten Vernissage unsere Räume, so dass wir selbst und auch unsere Mandanten und Besucher Gelegenheit hatten, die Exponate zu betrachten und käuflich zu erwerben. Auch wir selbst haben uns aus dem Schatz der Ausstellungen bedient und haben auf diese Weise eine uns gehörende Kunstsammlung zusammengestellt, die einen Überblick über all die verschiedenen Kunststile und Kunstrichtungen gibt, die im Zuge des zehnjährigen Zyklus unsere Wände zierten. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass im Laufe dieses Zeitraums auch zahlreiche Exponate einen Käufer fanden, im Übrigen auch im Kreise unserer Kanzlei. So blicken wir mit Stolz und mit Freude auf die vergangenen zehn Jahre zeitgenössischer und heimischer Kunst zurück, wobei unser Dank vor allem den bei uns ausstellenden Künstlern und unserem Kurator Ulrich Bernhardt gilt, dem wir es verdanken, dass wir unsere Ausstellungen mit einiger Regelmäßigkeit durchführen konnten und uns als Mäzene der Kunst präsentiert haben. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass unsere Ausstellungen auch Interesse in den Medien, nämlich den örtlichen Zeitungen und im Fernsehen fanden, was nicht zuletzt zur Popularität vor allem der Künstler beigetragen hat.  Der Zyklus der vergangenen zehn Jahre hat uns großen Spaß bereitet und hat als Ergebnis dazu geführt, unseren unmittelbaren „Ausstattungsbedarf“ für die Kanzlei zu decken. Deshalb haben wir uns entschlossen, diese auch auf unsere eigenen Bedürfnisse abgestellte Ausstellungsfolge vorerst abzuschließen, nicht weil wir unsere selbst gewählte Kunstbeflissenheit aufgeben wollen, sondern weil wir es für angezeigt halten, neue Formen der Verlautbarung unserer Kunstförderung zu entwickeln. Mithin schließt der Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre mit dem Motto: Das Kuratorium für Kunst lebt weiter!

Dr. Eberhard Körner